Erholungsort Illmensee

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Gemeinde Illmensee
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88636 Illmensee
Tel.: 07558 9207-0
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Naturschutzgebiet "Ruschweiler u. Volzer See" Mitteilung des Regierungspräsidiums Tübingen

Lockdown und Reiseverbote haben im Vorjahr schon dazu geführt, dass viele Menschen draußen unterwegs waren und dabei die schöne und vielfältige Kulturlandschaft „vor der Haustüre“ für sich entdeckt haben. Auch in dem Schutzgebiet „Ruschweiler und Volzer See“ auf der Gemarkung der Gemeinde Illmensee steigt in den letzten Jahren der Besucherdruck an. Neben der ortsansässigen Bevölkerung suchen zunehmend auch Gäste und Urlauber das Gebiet um den tiefen, stillen See auf.
 
Das wachsende Interesse an der Natur ist einerseits gut für deren Schutz. Denn nur was die Menschen kennen und schätzen, schützen sie auch. Gleichzeitig kann der Besucherdruck aber den eigentlichen Zweck der Naturschutzgebiete gefährden: Sie sind Hotspots der Biodiversität. Hier gilt es die gebietstypische Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Für die Besucher heißt es einige Regeln zu beachten, um gemeinsam die Vielfalt und Schönheit des Gebiets zu bewahren.
 
Welche Lebensräume im Naturschutzgebiet „Ruschweiler und Volzer See“ besonderen Schutz genießen, und welche Verhaltensregeln für Besucher*innen und Nutzer*innen zu deren Schutz gelten, ist in der Verordnung für das Gebiet gesetzlich geregelt (Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Ruschweiler und Volzer See« vom 18. Oktober 1989).
In dem Gebiet Ruschweiler- und Volzersee gilt der gesetzliche Schutz insbesondere den ausgedehnten Ufer- und Verlandungsbereichen mit angrenzenden Moorflächen und den Wasserflächen. Sie beherbergen einige selten gewordene Pflanzengesellschaften mit zahlreichen geschützten und bedrohten Pflanzenarten und sind als Brut-, Durchzugs- und Rastgebiet für Vögel wertvoll.
 
Zu den floristischen Besonderheiten des Gebiets zählt beispielsweise das Vorkommen eines „Kalkreichen Niedermoors“. Es ist gekennzeichnet durch die rosa blühenden Mehl-Primeln im Frühjahr und die weiße Blüte des Sumpf-Herzblatt im Sommer. Auch ein kleiner Rest eines Hochmoores ist noch vorhanden, hierzulande einer der am stärksten gefährdeten Lebensräume. Hier hat als typische Moorpflanze der Rundblättrige Sonnentau seinen Lebensraum. Die beiden genannten Lebensraumtypen sind auch nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat- (FFH) Richtline geschützt. Eine ortsansässige Bewirtschafterin mäht jährlich diese Flächen schonend mit viel Handarbeit, damit die Gehölze und das Schilf nicht über Hand nehmen. Die Vegetation ist gegen Trittbelastung besonders empfindlich. Abseits der Wege gehen und lagern zerstört u.U. nicht nur die Pflanzen, sondern auch deren Standort.
 
Das ganze Gebiet ist bedeutend als Brut-, Durchzugs- und Rastgebiet für viele Vögel, darunter bspw. die Kolbenente und der Haubentaucher. Auch für diese Arten sind die Uferbereiche besonders wichtig - so ziehen zahlreiche Vögel ihre Jungen hier auf, Durchzügler nutzen sie als Ruhezone auf ihrer Durchreise zum Winter- oder Sommerquartier. Nähern sich Menschen oder Hunde dem empfindlichen Uferbereich, werden die scheuen Vögel bei der Brut, der Nahrungsaufnahme oder Ruhe aufgeschreckt. Häufigere Störung kann dazu führen, dass die Brut misslingt oder Durchzügler wegen Entkräftung ihre Reise nicht fortsetzen können.
 
Damit die für den Artenschutz bedeutsamen Räume ungestört bleiben gilt für Besucher und Nutzer im Gebiet: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, nicht lagern oder picknicken – insbesondere die Uferbereiche nicht betreten. Um Beunruhigungen von der Wasserseite her zu vermeiden, ist am Ruschweiler See das Baden, Angeln im Bereich der Schilfzone, Bootfahren, jegliche Art von Wassersport verboten – bis auf wenige Ausnahmen, die für den bereits bestehenden Badeplatz und die zugelassenen Bootsanlegeplätze für Ortsansässige gemacht wurden (siehe Kasten).
 
Die zuständige Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Tübingen, Ref. 56, informiert mit Infotafeln zu den wichtigsten Verhaltensregeln an den Eingängen zum Naturschutzgebiet und stellt im Gebiet kleine „Betreten verboten“ Schildchen auf, um die Trampelpfade zu markieren, die nicht zum Wegenetz gehören. Hier ist zum Schutz der empfindlichen Lebensräume der Durchgang verboten (Ausnahmen siehe Kasten).
 
Für Erholungssuchende, die das Badevergnügen und andere Freizeitbeschäftigungen suchen, gibt es in der Region etliche Möglichkeiten, auf Seen mit entsprechenden Einrichtungen auszuweichen -  bspw. in nächster Nähe, am Ilmensee. Die zahlreichen Wanderwege um Illmensee wie zu den Boshasler Halden oder zum Höchsten laden außerdem zu entspannenden Wanderungen ein. Die Homepage der Gemeinde. Illmensee bietet Informationen zu den Erholungsmöglichkeiten in der Region. Besucher, die Ruhe und Stille suchen, können dann weiterhin den See mit seinen umliegenden Mooren zur Erholung und Naturbeobachtung genießen. Denn diese Qualitäten bietet der Ruschweiler See wie kein anderer in der Region.
 
Haben Sie Fragen oder möchten uns etwas mitteilen? Dann wenden Sie sich bitte an unseren Gebietsreferenten Carsten Wagner in Tübingen (Tel. 07071/757-5319; carsten.wagner(@)rpt.bwl.de) oder an die Untere Naturschutzbehörde in Sigmaringen (Dr. Robin Schwerbrock, Tel. 07571/102-2336, robin.schwerbrock(@)lrasig.de).

 
 
Hier können Sie sich zu den Schutzgebietsgrenzen und Geboten informieren:
http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/upload/10_555/800046121550/vo_ruschweiler_volzer_see_neu.html
https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/q/H1Qp.
 
Über Freizeitmöglichkeiten direkt in der Region informiert die Homepage der Gemeinde Illmensee:
https://www.illmensee.de/index.php?id=327
 
 

Vereinbarkeit von Erholungs- und Freizeitnutzung mit dem Naturschutz – Ausnahmeregelungen für die örtliche Bevölkerung:
 
Baden ist im Bereich des Badeplatzes am nordöstlichen Ufer möglich.
 
Im Rahmen der Verordnung wurde eine begrenzte Zahl an Ruderbooten zugelassen. Die Anlegestellen sind mit Nummern gekennzeichnet. Die Boote müssen einen Mindestabstand von 10 m zu den Schilfgürteln einhalten.
 
Zwischen Fischergärtle und Badestelle ist am Ufer eine Angelzone ausgewiesen. Das Angeln ist auch von den zugelassenen Booten sowie 10 Stegen aus zulässig.
 

 

 
Gebotstafel Ruschweiler-Volzer-See
Der Schutz der Pflanzen und Tiere steht am Ruschweiler See an erster Stelle. Für Naturfreunde ist es selbstverständlich beizutragen und die Regeln zum Miteinander von Mensch und Natur im Gebiete einzuhalten. Nicht-Einhaltung der Verordnungsgebote kann als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld belegt werden.
 
 
Stolpertäfele - Trampelpfad
Mit kleinen „Stolpertafeln“ kennzeichnen die für das Gebiet zuständigen Naturschutzreferenten „wilde Pfade“, die zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt gesperrt werden. Hier kein Durchgang!
 
 

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