Stele Judentenberg
Judentenberg (1051)

Der Weiler Judentenberg hat seinen Ursprung im Mittelalter. Er liegt im Norden der Gesamtgemeinde Illmensee auf einer Höhe von 740 Metern. Der Ortsname soll durch die Ableitung von den Mädchennamen Judita oder Judinta (Jüdin) entstanden sein.
Die Kapelle des Heiligen St. Martin in „Judintunberch“ wurde 1051 zum ersten Mal in einer Stiftungsurkunde genannt. Sie ist das älteste Gebäude der Gemeinde Illmensee, wenn auch nicht mehr in ihrer ursprünglich romanischen Form. Sie wurde mehrfach erneuert. Die Fresken in ihrem Inneren stammen aus dem 14. Jahrhundert und zeigen Szenen aus dem Leben Christi. Das Gestühl wurde im 16. Jahrhundert erneuert.
Im Jahr 1667 wurde die Kapelle ein weiteres Mal renoviert. Aus diesem Anlass stiftete Hermann Egon, Graf zu Fürstenberg, zwei Schnitzaltäre. Sie waren von dem Überlinger Bildhauer Hans Ulrich Glöckner für die Schlosskapelle in Heiligenberg angefertigt worden. Kurz nach dem ersten Weltkrieg verkaufte der damalige Pfarrer die beiden Altäre wieder an die Fürsten von Fürstenberg. Bald darauf setzte die Inflation ein; innerhalb von kurzer Zeit war der Kaufbetrag von 21.000 Reichsmark nichts mehr wert. Die Altäre sind heute wieder in der Schlosskapelle Heiligenberg zu sehen.
Der Windpark Sturmberg bei Judentenberg mit seinen drei Windkrafträdern wurde 1996 als eine der ersten wirtschaftlich betriebenen Windkraftanlagen Oberschwabens errichtet.
Quellenangaben:
Text & Redaktion: Christiane Wachsmann
Bildarchiv & Recherchen: Olaf Brandt
Stelen-Gestaltung: Ulrich Dahm-Wachsmann uliform ulm
Grafische Gestaltung: SPIESZDESIGN Neu-Ulm
Historische Aufnahmen: Archiv Illmensee, Aktuelles Foto: Sabine Weinert-Spieß