Stele Lichtenegg
Lichtenegg und Altlichtenegg (1059)

Der Name Lichtenegg wird erstmals 1059 im Urbar des Klosters Beuron genannt. Eine Urkunde aus dem Jahr 1302 bezeugt, dass ein Ulrich von dem Riethe einem Ritter von Ramsberg und seiner Frau Kunigunde ein Gut und eine Burg zu Lichtenegg verkauft habe. Gut und Burg waren „ain rechts aigen“, was aussagt,
dass die Käufer sogenannte Freie, keine Leibeigene, waren. Möglicherweise wohnten sie im Gut und benutzten die Festung als Fluchtburg. Der Bergfried stand auf einem lang gezogenen Hügel, der ins Deggenhauser Tal hinausragt. Zum höchsten Teil gibt es einen steilen Einschnitt, über den wohl
eine Zugbrücke führte. Auf der Südseite finden sich noch wenige Mauerreste. Die Burg stand wahrscheinlich in einer Lichtung und erhielt daher ihren Namen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört. Heute ist der Burghügel von Wald überwachsen und kaum noch begehbar. Mehrmals noch wechselten die Güter ihre Besitzer, bis die „zwo Liechtnegg“ 1402 an das Spital Pfullendorf vermacht wurden. Ursprünglich besaß das Spital zwei Höfe in Lichtenegg, derjenige in
Altlichtenegg wurde aber aufgegeben. Hier befindet sich ein gut erhaltener, riesiger Steinofen, in dem früher Steine aus dem nahegelegenen Steinbruch zu Kalk gebrannt wurden.
Der Weiher oben am heutigen Spitalgut Neu-Lichtenegg wird durch unterirdische Quellen gespeist und wurde als Viehtränke und später als Brandweiher benutzt. Gegenüber lag eine Zeitlang die beliebte Restauration Baumann, deren Stammgäste Arbeiter der nahen Ziegelei im Deggenhauser Tal waren. Auch ein Burggeist wurde mitunter auf Alt-Lichtengg gesehen. Meist erschien er in Form eines schwarzen Pudelhundes mit feurigen Augen, der eine Kiste mit Gold bewachte, manchmal auch als Gestalt ohne Kopf.
Quellenangaben:
Text & Redaktion: Christiane Wachsmann
Bildarchiv & Recherchen: Olaf Brandt
Stelen-Gestaltung: Ulrich Dahm-Wachsmann uliform ulm
Grafische Gestaltung: SPIESZDESIGN Neu-Ulm
Historische Aufnahmen: Archiv Illmensee, Aktuelles Foto: Sabine Weinert-Spieß