Stele Findling am Illmensee
Findling am Illmensee (Eiszeit)

Illmensee, Ruschweiler See und Volzer See liegen in einer Landschaft, die vor rund 18.000 Jahren durch das Eis geformt wurde. In dieser Eiszeit (Würmkaltzeit) breiteten sich die Alpengletscher bis weit in das Vorland aus und formten hier die Landschaft. Sie brachten gewaltige Mengen an Gesteinen, Kiesen und Sanden mit sich. Dazu gehört auch dieser Stein, der in der Neubrunner Kiesgrube gefunden wurde.
Mit der Erwärmung des Klimas schmolzen die Eismassen ab und hinterließen eine sanft geformte Landschaft mit Hügeln und Senken, Talzügen und sogenannten Toteislöchern. Auch die drei Seen wurden von Gletschern geformt. Sie sind erstaunlich tief: Der Illmensee 16,5 Meter, der Ruschweiler See sogar 17,3 Meter. Größere Steine, die das Wachstum im Acker störten, wurden von den Bauern aufgesammelt und in solche Toteislöcher geworfen, wo sie abgrundtief versanken. Das erschien den Menschen unheimlich: So erhielt etwa das nahegelegene Teufelsloch seinen Namen. Darin verschwand bis in die 1970er Jahre
auch der Hausmüll der Gemeinde Illmensee. In Zeiten von Hochwasser konnten aber auch diese Löcher nicht immer alles Wasser fassen und überschwemmten dann die Felder.
Die Flurnamen, die mit der Silbe -bühl oder -bühel enden, weisen ebenfalls auf einen eiszeitlichen Hintergrund hin. Diese sanft geformten Hügel entstanden durch Moränen-Ablagerungen eines Gletschers. Der darin enthaltene Sand und Kies wurde gerne für die Reinigung der Fußböden oder für den Bau genutzt: So entstanden zahlreiche Kiesgruben auf Höhenrücken und Büheln. Dieser Kiesaushub hat das typische Erscheinungsbild der Landschaft nachhaltig verändert. Wo sie noch erkennbar sind, stehen diese Hügel heute unter Naturschutz.
Quellenangaben:
Text & Redaktion: Christiane Wachsmann
Bildarchiv & Recherchen: Olaf Brandt
Stelen-Gestaltung: Ulrich Dahm-Wachsmann uliform ulm
Grafische Gestaltung: SPIESZDESIGN Neu-Ulm
Historische Aufnahmen: Archiv Illmensee, Aktuelles Foto: Sabine Weinert-Spieß