Stele Krumbach

Krumbach (1285)

In Krumbach macht der Bach einen Umweg (mhd. Krümbe), daher erhielten Ort und Bach ihren Namen. Der Anlage nach ist das Dorf eine typisch alemannische Siedlung in einer windgeschützten Talmulde und mit einem Gewässer für die Viehtränke.

Der Ort wird erstmals in einer Urkunde zu einem Güterverkauf durch Burkard von Hasenstein an das Kloster Salem erwähnt, bei dem der „rivus habitatorum in villa Krumbach“ genannt wird. Hier steht die St. Vitus-Kapelle aus dem Jahr 1611, eine Stiftung der Agatha Gebhardtin. Sie war die Frau eines Weingartischen Amtmannes und ließ die kleine Kirche nach dessen Tod erbauen. Der heilige Vitus schützte die Bauern vor Unwettern. Er sorgte für eine gute Aussaat und Ernte und wurde in der ganzen Region sehr verehrt. Der Legende nach sollte Vitus auf Anweisung von Kaiser Diokletian seinen christlichen Glauben aufgeben, wogegen er sich standhaft wehrte und deshalb in siedendes Öl geworfen wurde. Eine etwa 40 cm große Statue eines betenden St. Vitus im Ölkessel, die sich in einer Nische oberhalb der Eingangstür der Wegkapelle in Krumbach befindet, erzählt von diesem Ereignis.


Unterhalb des Ortes wurde der Bach mittels einer so genannten Wühre zu einem großen Teich gestaut. Dieser kunstvoll aus Weidengeflecht erbaute Staudamm wurde später durchstochen. Im Mittelalter wurde das Gewässer für die damals äußerst lukrative Fischzucht genutzt. Die Fische waren wohlhabenden Pfullendorfer Bürgern und Würdenträgern vorbehalten; auf dem Speisezettel der einfachen Leute fehlten sie. Zahlreiche Pfullendorfer Akten von 1524 und aus dem 17. Jahrhundert belegen, wie sehr die Reichstadt den Krumbacher Weiher für sich zu nutzen wusste.

Quellenangaben:

Text & Redaktion: Christiane Wachsmann
Bildarchiv & Recherchen: Olaf Brandt
Stelen-Gestaltung: Ulrich Dahm-Wachsmann uliform ulm
Grafische Gestaltung: SPIESZDESIGN Neu-Ulm
Historische Aufnahmen: Archiv Illmensee, Aktuelles Foto: Sabine Weinert-Spieß